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Das Lahr von Leitis Archive
Sammeln – Bewahren – Erinnern
 
Libertas Schulze-Boysen
Libertas Schulze-Boysen
 
Libertas Schulze-Boysen wurde 1913 in Paris als jüngste Tochter von Otto Haas-Heye und Gräfin Victoria zu Eulenburg Hertefeld geboren und wuchs auf dem großväterlichen Gut Liebenberg in der Mark Brandenburg auf.
1921 war die Ehe der Eltern geschieden worden. Der Vater, Otto Haas-Heye, arbeitete als Kunstprofessor an der Berliner Kunstgewerbeschule in der Prinz-Albrecht-Straße 8, der späteren Gestapo-Zentrale. Er ermöglichte der Tochter einen Besuch des Mädchen-Lyzeums in Zürich, wo sie im März 1932 ihr Abitur ablegte.
Nach dem Abitur lebte sie ein dreiviertel Jahr in England. 1933 wurde die lebenslustige und ausdrucksgewandte junge Frau von der Metro-Goldwyn-Mayer Filmgesellschaft in Berlin als Presseassistentin eingestellt.
Im Sommer 1934 lernte sie Harro Schulze-Boysen beim Segeln kennen. Im Juli 1936 heirateten Harro und Libertas. Berufstätig blieb Libertas auch als Ehefrau. Sie arbeitete vorwiegend journalistisch und half ihrem Mann bei Übersetzungen. Zuletzt, ab November 1941, hatte sie eine feste Anstellung bei der Deutschen Kulturzentrale.
Am 8. September 1942 wurde Libertas Schulze-Boysen in Berlin verhaftet. Während der drei Monate im Gefängnis entstanden eindrucksvolle Gedichte, die sich von den kindlich-unbeschwerten, bisweilen naiv anmutenden Gedichten der jugendlichen Libertas durch ihren Ernst und ihre schlichte Sprache absetzen. Die Gedichte zusammen mit den Briefen an die Mutter zeichnen das Bild einer 29jährigen Frau, die angesichts der übermächtigen Nazi-Apparatur und ihres sicheren Todesurteiles eine unglaubliche Reife, Gelassenheit und Weisheit an den Tag legt. Am 22. Dezember 1942 wird Libertas Schulze-Boysen hingerichtet.
Das Ehepaar Harro und Libertas Schulze-Boysen bildete mit dem Ehepaar Arvid und Mildred Harnack (sie war übrigens eine Amerikanerin) den Kern der von den Nationalsozialisten sogenannten „Roten Kapelle“, einer Widerstandsorganisation, die sich aus sehr vielen Mitgliedern zusammensetzte. Das offene Miteinander des anfangs kleinen Kreises um die Ehepaare Schulze-Boysen und Harnack zog die unterschiedlichsten Menschen an und vereinte sie: Frauen und Männer, Junge und Alte, Christen und Marxisten, Arbeiter, Intellektuelle und Künstler. Sie alle einte ihre Gegnerschaft zum Nazi-Regime. Als Gestapo und Spionageabwehr im Sommer 1942 die Aktivitäten der Gruppe entdeckten, wurden innerhalb weniger Monate über 100 Mitglieder verhaftet. Über 50 von ihnen wurden vom Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet. Nach 1945 war die Geschichte der „Roten Kapelle“ heftig umstritten und wurde vielfach verfälscht dargestellt und verkürzt als pro-sowjetisch und kommunistisch. Erst der Zugang zu bislang unzugänglichen Materialien in Archiven in Prag und Moskau ab Anfang der 1990er Jahre trug dazu bei, die Arbeit der Widerstandsgruppe Schulze-Boysen / Harnack differenziert darzustellen.
 

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